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Checkliste für Entscheider*innen 

Diversität ist Chef*innensache. Wer heute nicht investiert, verliert morgen Publikum, Glaubwürdigkeit und Marktrelevanz. Führungskräfte müssen Ressourcen bereitstellen, Ziele setzen und selbst vorangehen. Zehn Schritte, wie Entscheider*innen Vielfalt zur Chefsache machen und ihr Medienhaus zukunftsfähig aufstellen.

 

Vielfalt kommunizieren

Klar nach innen signalisieren, dass diskriminierungsarme Berichterstattung und diverse Teams ernsthaft gewollt sind – nicht als Projekt, sondern als strategische Priorität. Kolleg*innen, die dieses Ziel teilen, erhalten so Rückendeckung.

Vorbild sein

Führungskultur prägt Redaktionskultur. Diskriminierende Bemerkungen von oben senden ein Signal an alle. Andersherum färbt eine Führungskultur, die von gegenseitiger Achtung und Wertschätzung geprägt ist, schnell auf die gesamte Redaktion ab.

Diversity-Beauftragte einsetzen

Hauptamtliche Stellen mit Mandat, Budget und Befugnissen schaffen. In US-amerikanischen und britischen Medienhäusern längst Standard, in Deutschland noch auszubauen. Eine separate Ansprechperson für Diskriminierungsfälle ist empfehlenswert.

Ist-Zustand erfassen

Wo mangelt es an Vielfalt in der Berichterstattung und in der Redaktion? Welche Gruppen kommen zu Wort, welche nicht? Wie ist die Belegschaft zusammengesetzt? Wie die Chefetage? Ohne Datenbasis keine Strategie.

Zielmarken definieren

Verbindliche, messbare Ziele festlegen, die sich an gesellschaftlicher Realität orientieren. Beispiel: 50-Prozent-Frauenquote in Führungspositionen, 30 Prozent nicht-weiße Interviewpartner*innen.

Maßnahmen umsetzen

Neue Recruiting-Strategien, Quoten, Fortbildungen – passend zum Haus. Alle Vorhaben müssen im ganzen Haus kommuniziert werden. Wir empfehlen Aus- und Fortbildungen, in denen Journalist*innen für typische, diskriminierende Fallstricke in der Berichterstattung sensibilisiert und interkulturelle Kompetenzen trainiert werden. Skeptische Mitarbeiter*innen können mit Anreizsystemen zur Teilnahme bewegt werden. 

Konsequenzen festlegen

Ziele brauchen Verbindlichkeit. Beförderungen an das Verfolgen von Diversity-Zielen knüpfen. Klären: Was passiert, wenn Ziele verfehlt oder übertroffen werden?

Evaluation beauftragen

Eine Person benennen, die die Überprüfung verantwortet – idealerweise nicht die Diversity-Beauftragte selbst, um objektive Bewertung zu gewährleisten.

Fortschritte messen

Regelmäßig in konkreten Zahlen auswerten: Eigene Zählungen in Redaktionen, technische Analysetools oder externe Evaluation durch Medienwissenschaftler*innen. Ergebnisse nutzen, um Strategien nachzujustieren.

Transparenz herstellen

Ziele, Maßnahmen und Ergebnisse veröffentlichen. Jährliche Diversity-Reports stärken Glaubwürdigkeit nach innen und außen.

Wissen aus der Branche. Für die Branche.

Vielfalt entscheidet über Relevanz und Reichweite. Wir beraten Medienhäuser und geben Workshops, wie diverse Strukturen gelingen.
Beratung
Die Geschäftsführerin der Neuen deutschen Medienmacher*innnen spricht bei einer Veranstaltung in ein Mikro, das sie in der rechten Hand hält. © Schore Mehrdju

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