Handbook Germany

Onlineknotenpunkt für geflüchtete Menschen in Deutschland

Wie Flüchtlinge mit Infos wirklich erreicht werden: handbookgermany.de

„Die Deutschen planen für die Flüchtlinge, ohne sie zu fragen.“ Mit dieser Aussage erntete der YouTuber Firas Alshater auf dem „Digitalen Flüchtlingsgipfel“ 2016 den kräftigsten Applaus. Die Neuen deutschen Medienmacher erstellen deshalb ein mehrsprachiges Informationsportal für und vor allem mit geflüchteten Menschen. Die meisten Informationsportale werden den Maßgaben klassischer deutscher Webseiten nach erstellt und entsprechen weniger den Bedürfnissen der Zielgruppe.

Wir machen es uns zur Aufgabe, in einer mehrsprachigen Redaktion und gemeinsam mit geflüchteten Journalist*innen bereits bestehende Informationsangebote zu bündeln und der Mediennutzung[1] unserer Zielgruppe anzupassen. Nur so kommen Informationen und Hilfen an und wird instabilen Selbsthilfestrukturen entgegengewirkt.

Telekom und Adobe als Partner

Ein wichtiger Partner der Neuen deutschen Medienmacher ist die deutsche Telekom, die in zahlreichen Erstaufnahmestellen kostenloses WLAN anbietet und handbookgermany.de als Startseite für die Anmeldung zum freien Internetzugang aufschaltet. Neben der Telekom trägt auch das Softwareunternehmen Adobe Systems mit technischer Unterstützung zum Erfolg von handbookgermany.de bei.

Die zentrale Informationsplattform handbookgermany.de ist auf die Nutzung mit Smartphones ausgerichtet und kann vollkommen intuitiv bedient werden. Sie ist so wenig textlastig wie möglich bzw. nötig, ist mit allen Social Media Kanälen kompatibel und enthält viele auch sehr niedrigschwellige Informationsangebote. Dazu gehören insbesondere kurze Info-Videos in mehreren Sprachen. Solche finden auch in den Sozialen Medien zuverlässig schnelle Verbreitung, anders als z.B. Infotexte, die auf den großen Community-Plattformen nicht abgefragt werden und damit automatisch untergehen.

handbookgermany.de wird wichtige Informationen zu folgenden Themen zusammenfassen:

  • Erstorientierung (Asylverfahren, Unterbringung etc.)
  • Leben in Deutschland (Land und Leute, Alltag, Rechtsordnung etc.)
  • Integrationsangebote (Deutschkurse, Bildung, Arbeit, Ausbildung etc.)
  • Aktuelle Informationen und Beiträge (Nachrichten, Unterhaltungsangebote etc.)
  • Vermittlung von Hilfsangeboten (Paten-, Arbeits-, Wohnungssuche etc.)

Insbesondere rücken auch die lokalen Informationen und Angebote vor Ort in den Fokus.

Da Geflüchtete sich bei der Informationssuche auf teilweise immer wieder wechselnde „Hot-Spots“ der Information und Kommunikation, z.B. thematische Facebook- oder What’s App-Gruppen oder Blogs konzentrieren, wird auch die Redaktion von handbookgermany.de über diese Kanäle Informationen teilen und verbreiten. Viele der großen Community-Gruppen in den Sozialen Medien werden von geflüchteten Journalist*innen betrieben, wie z.B. die Facebook-Gruppe „Syrisches Haus“ vom Netzaktivisten Monis Bukhari, die rund 150.000 Menschen erreicht. handbookgermany.de arbeitet mit diesen Netzaktivist*innen zusammen und kooperiert mit der Partnerorganisation Integrationhub.

handbookgermany.de ist am 1. Februar 2017 online gegangen und wird laufend erweitert.

Projektträger:
Neue deutsche Medienmacher e.V., ein Zusammenschluss von Medienschaffenden mit und ohne Einwanderungsgeschichte, die sich für mehr Vielfalt in den Medien einsetzen.
Partner:
Telekom, T-Systems Multimedia Solutions GmbH
Adobe Systems Incorporated
In Kooperation mit:
Integrationhub e.V., ein Netzwerk von Initiativen zur Integration von Flüchtlingen und Neuzuwandernden, u.a. mit „Syrisches Haus“, der syrischen Facebook-Community in Deutschland
Gefördert durch:
Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration

 

 

 

 

 

 

[1] Expertise „Wie Geflüchtete Medien nutzen“, Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, FU Berlin, Prof. Dr. Carola Richter, Prof. Dr. Martin Emmer, Marlene Kunst, M.A. im Auftrag von Mediendienst Integration, 2016