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Goldene Kartoffel 

Die Goldene Kartoffel war ein Negativpreis für besonders diskriminierende Berichterstattung. Ausgezeichnet wurden Medien oder Journalist*innen, die ein verzerrtes Bild vom Zusammenleben im Einwanderungsland Deutschland zeichnen, Vorurteile verfestigen, Probleme grob überzeichnen oder gegen journalistische Standards verstoßen. Nach 2022 wurde der Preis nicht mehr vergeben.

Projektstatus: Abgeschlossen

2018 — Julian Reichelt, Chefredakteur der BILD-Zeitung 
Begründung: Unter seiner Ägide stehe das Blatt für Unsachlichkeit, Vorurteile und Panikmache bei den Themen Integration, Migration und Asyl sowie für doppelte Standards in der Berichterstattung über Menschen mit und ohne Migrationshintergrund.

2019 — Vier politische Talkshows im öffentlich-rechtlichen Fernsehen: Hart aber fair (Frank Plasberg, ARD), Maischberger (Sandra Maischberger, ARD), Anne Will (Anne Will, ARD) und Maybrit Illner (Maybrit Illner, ZDF)
Begründung: Die vier Talkshows schenkten Rechtsradikalen und Rassisten regelmäßig Sendezeit, luden hingegen kaum Vertreter*innen ethnischer und religiöser Minderheiten ein und behandelten Rassismus wie jeden anderen Standpunkt, damit wurden sie ihrem öffentlich-rechtlichen Auftrag nicht gerecht.

2020 — SPIEGEL TV, stellvertretend für die Berichterstattung über „Clan-Kriminalität" in deutschen Medien 
Begründung: Die Berichterstattung sei verzerrt, stigmatisierend, und der fast ausschließliche Fokus auf „Clans" erwecke den Anschein, mafiöse Vereinigungen in Deutschland seien vornehmlich arabische Familien oder Rom*nja.

2021 — Die Debatte über „Identitätspolitik" in bürgerlichen Medien
Begründung: Kurz nach den rechtsterroristischen Anschlägen von Halle und Hanau, dem Mord an Walter Lübcke sinnierte fast die gesamte bürgerliche Medienlandschaft darüber, ob Antirassismus und „linke Identitätspolitik" die Gesellschaft spalten. Damit machten sie rechtsradikale Erzählungen salonfähig und delegitimierten die Stimmen von Minderheiten.

2022 — SWR und die Dokumentation „Russlanddeutsche – unsere fremden Nachbarn? Bilanz einer schwierigen Integration", stellvertretend für die Berichterstattung über Russlanddeutsche und andere Zugewanderte aus dem postsowjetischen Raum
Begründung: Russlanddeutsche werden in der Dokumentation als Problemfall dargestellt, als Parallelgesellschaft, beeinflusst und gesteuert von Kreml-Propaganda. Der SWR verpasste die Chance, ein differenziertes Bild russlanddeutscher Einwanderer*innen sowie deren Migrations- und Integrationsgeschichte zu vermitteln.

Der Preis wurde ohne externe Förderung als eigenständige Vereinsinitiative vergeben.

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