Klare Haltung & Solidarität
- Chefredaktion und Geschäftsleitung müssen Verantwortung übernehmen und Hass aktiv thematisieren.
- Chefredaktion und Geschäftsleitung müssen Community-Arbeit als eigenes Berufsfeld verstehen, das Qualifikationen und Anerkennung erfordert.
- Betroffene Mitarbeiter*innen dürfen nicht allein gelassen werden. Solidarität nach innen und außen ist zentral.
- Verantwortung darf niemals auf Einzelpersonen ausgelagert werden.
Gute Strukturen statt Überlastung
- Community-Arbeit braucht ausreichende Ressourcen, eigene Stellen, gut ausgestattete Teams und Zeit.
- Wo das nicht möglich ist: Kommentarfunktionen einschränken oder deaktivieren.
- Künstliche Intelligenz kann Community Arbeit unterstützen, aber nicht ersetzen.
- Es braucht eine feste interne Anlaufstelle für Hass im Netz.
Prävention durch Regeln & Vorbereitung
- Eine transparente Netiquette erstellen (gern gemeinsam mit der Community) und sichtbar veröffentlichen.
- Demokratische Debatten brauchen auch eine ganzheitliche Social-Media-Strategie – eine Netiquette allein reicht nicht.
- Klare interne Abläufe für Hassrede, Shitstorms und Drohungen festlegen.
- Argumentationsleitfäden, Eskalationsstufen und Zuständigkeiten vorab definieren.
- Kontakte zu der Polizei, juristischer Beratung und psychologischer Unterstützung aufbauen.
Schulungen & Austausch
- Regelmäßige Fortbildungen zu Hass im Netz, Erkennung extremistischer Inhalte, Social Media und Sicherheit anbieten.
- Social-Media- und Community-Redakteur*innen gezielt schulen.
- Hass im Netz regelmäßig im Team besprechen. Erfahrungsaustausch entlastet.
Krisenkommunikation im Shitstorm
- Ruhe bewahren und dem festgelegten Ablaufplan folgen.
- Mitarbeitende aktiv schützen und öffentlich stärken.
- Nicht vorschnell entschuldigen, sondern analysieren und bewusst reagieren.
- Arbeitslast verteilen und Pausen ermöglichen.
Nachsorge & Unterstützung
- Psychologische Unterstützung ermöglichen oder aktiv anbieten.
- Angriffe dokumentieren und bei Bedarf rechtliche Schritte einleiten.
- Nachbereitung im Team: Was lief gut, was braucht es zukünftig?