Hallo,
Wer erzählt eigentlich Deutschland? Die Leute in den Talkshows? Die Hauptstadtstudios? Die immer gleichen Stimmen? “Ich höre dorthin, wo Stimmen leiser werden,” das erzählt uns der Journalist Ahmad Shihabi. Wir haben mit genau jenen Lokaljournalist*innen gesprochen, die mit ihrer Berichterstattung den Anliegen der Bürger*innen in ihren Städten und Gemeinden mehr Aufmerksamkeit widmen. Dank der freien Journalistin Natalia Mleczko beispielsweise fahren die Schüler*innen in Schweinfurt nicht mehr in überfüllten Bussen. So konkret kann Journalismus sein. Wie viel Lokaljournalismus steckt in Deinem Newsfeed? Zum Beispiel: Folgst Du schon Deiner Regionalzeitung auf Instagram?
In dieser Ausgabe
- Was gibt’s Neues bei NdM?: Unsere nächsten Veranstaltungen in Berlin, Hamburg, Stuttgart und München sowie unsere Panels und Aktionen bei der re:publica 2026
- 3 Fragen an…: Manuel Biallas über soziale Herkunft, Kinderarmut und die große deutsche Erzählung vom Aufstieg durch Leistung
- Auf dem Radar: Lesetipps zu digitaler Gewalt gegen Journalistinnen, der Macht von Opfern sowie ein Interview mit Schauspielerin Minh-Khai Phan-Thi
- Mehr davon, danke: Was die ARD-Dokuserie über den Rapper Xatar über migrantische Lebensrealitäten in Deutschland erzählt
- Nur für Mitglieder: Veranstaltungstipps, Ausschreibungen und Jobs deutschlandweit. Dieses Mal mit viel Social Media, Community-Management und Lokaljournalismus.
Bis zum nächsten Mal,
Deine Neuen deutschen Medienmacher*innen
Was gibt's Neues?
“Never Gonna Give You Up” Das ist das Motto für diesjährige re:publica. Auch wir sind dieses Jahr dort mehrere Male vertreten:
Breakfast: Allianzen gegen Desinformation
18. Mai 2026, 8:00–10:00 Uhr, Zimt & Zucker Kaffeehaus (Potsdamer Straße 103, 10785 Berlin, ca. 10 Gehminuten von re:publica)
Zusammen mit modus|zad und Media Lab Bayern veranstalten wir ein Frühstücks-Event mit Impulsen und konkreten Hacks zum Umgang mit Desinformation. Zur Anmeldung
Panel: Lässt der Rechtsstaat die Pressefreiheit im Stich ?
19. Mai 2026, 18:45-19:45 Uhr, Stage 4, STATION Berlin
Wie gut schützt die Justiz die Pressefreiheit? Das Panel mit NdM-Geschäftsführerin Elena Kountidou, SPIEGEL-Politikredakteurin Ann-Katrin Müller und Rechtsanwalt Sven Adam diskutiert reale Fälle, Konsequenzen und Wege, Medienschaffende zu schützen. Moderiert von Journalistin Heike Kleffner. Weitere Infos
toneshift auf der re:publica 2026
Komm vorbei und tausche Dich mit uns aus! An allen drei Tagen findest Du uns am Stand M6. Mehr erfahren
Konferenz “Take your Space”
Gemeinsam mit dem Media Lab Bayern laden wir am 26.06. in München ein. Mehr erfahren
Drei Fragen an Manuel Biallas
Die Lüge vom sozialen Aufstieg? NDR-Reporter und NdM-Mitglied Manuel Biallas kennt den deutschen Aufstiegstraum von beiden Seiten. In seiner Dokumentation begibt er sich auf eine Spurensuche: Wer schafft es in Deutschland tatsächlich von unten nach oben? Persönliche Erfolgsgeschichten treffen dabei auf eine unbequeme Realität. Zur NDR-Doku
Das gesamte Interview findest Du hier.
Auf dem Radar
“Mein Trotz hat mir geholfen“ Journalistin Nhi Le hat sich mit der Schauspielerin Minh-Khai Phan-Thi über politisches Engagement und ihre erfolgreiche Comedy-Serie “Doppelhaushälfte“ unterhalten. Mehr dazu (hinter Paywall)
Wie viel Macht haben Opfer? Autorin Alice Hasters spricht in diesem ZEIT-Interview darüber, warum unsere Gesellschaft gleichzeitig Mitgefühl mit Opfern fordert und Verletzlichkeit verachtet. Mehr dazu (hinter Paywall)
Digitale Gewalt Eine neue UN-Women-Studie zeigt: Der Anteil von Journalistinnen, die Online-Hass mit Offline-Angriffen in Verbindung bringen, hat sich seit 2020 mehr als verdoppelt. Mehr dazu (auf Englisch)
Podcast-Tipp: Das ARD Radiofeature “Kampf der Geheimhaltung“ fragt am Beispiel von Julian Assange und WikiLeaks, wie frei investigativer Journalismus heute noch ist. Mehr dazu
Call for Participation: re:claim media Am 19.05. findet neben der re:publica das selbstorganisierte Journalist*innen-Event zu kollektivem Arbeiten und Journalismus in “faschistischen Zeiten“ statt. Mehr dazu
Bildband-Tipp: Der Bildband “Arrival City. Geschichten vom Ankommen und Bleiben in Deutschland” zeigt am Beispiel Fürths, wie Migration Stadtviertel verändert und prägt. Mehr dazu
Mehr davon, danke
Das Thema: Xatar und die deutsche Migrationsgesellschaft
Die ARD-Dokuserie “XATAR – Ein Leben ist nicht genug“ erzählt nicht nur die Geschichte des Rappers Giwar Hajabi, sondern auch die Geschichte einer Generation migrantischer Jugendlicher in Deutschland. Ehefrau Farvah, Freunde wie SSIO und Samy sowie Wegbegleiter*innen erinnern sich in der Doku an ihre Jugend im Bonner Viertel Brüser Berg, Armut und die gemeinsame Erfahrung der Migration (Xatar war Sohn kurdisch-iranischer Eltern). Die Serie zeigt Xatar als widersprüchliche Figur zwischen Kriegserfahrung, sozialem Aufstieg, Kriminalität, Familienmensch und kultureller Ikone.
Warum das wichtig ist?
Für viele migrantische Jugendliche war Xatar nie einfach nur ein Rapper. Er verkörperte eine Form von Sichtbarkeit und Selbstermächtigung, die sie in deutschen Medien sonst kaum fanden. Genau das nimmt die Doku ernst, ohne seine Widersprüche komplett auszublenden. Medienkritisch spannend ist dabei, wie die Serie zwischen Analyse und Mythologisierung schwankt: Kriminalität und Gewalt werden teilweise fast filmisch aufgeladen, gleichzeitig zeigt die Doku aber sehr offen, aus welchen sozialen Realitäten diese Welt entstanden ist. Sehenswert ist sie deshalb vor allem als Dokument darüber, wie migrantische Lebensrealitäten in Deutschland kulturell sichtbar wurden und welche Rolle Gangsterrap dabei gespielt hat.
Veranstaltungen & Tipps
Wo treffen wir uns? Dieses Jahr wird es keine NxM Medienkonferenz geben. NdM bleibt trotzdem überall. Während andernorts Medienräume kleiner werden, bauen wir weiter neue Orte für Austausch, Vernetzung und solidarischen Journalismus auf und sind auf Panels und Konferenzen anzutreffen.
Berlin
- “(Neue) Narrative: Wie finden Medien und Zivilgesellschaft zueinander?“
08. Juni 2026, 19:00–21:00 Uhr, Berlin (Grüner Salon)
Diskussion über Migration, Vielfalt und die Macht gesellschaftlicher Erzählungen mit Elena Kountidou, Prof. Dr. Marcus Bölz, Nalan Sipar, Sara Öztürk und Thomas Gill. Mehr dazu
Frankfurt am Main
- MEHR Festival
16.–19. Juni 2026, Frankfurt am Main (mehrere Standorte)
Vier Tage mit politischen Debatten, Workshops, Kulturprogramm und Diskussionen rund um Demokratie, Medien und gesellschaftlichen Wandel. Mehr dazu
Düsseldorf
- Podcamp NRW 2026
19.–20. Juni 2026, Düsseldorf (Zentralbibliothek)
Community-Event rund ums Podcasting mit offenem Barcamp-Format, Sessions zu Storytelling, Technik und Monetarisierung sowie viel Raum für Austausch. Mehr dazu
Hamburg
- “Bilder, Macht, Öffentlichkeit: Wer entscheidet, was wir sehen?“
10. Juni 2026, 19:00–21:00 Uhr, Hamburg (Bucerius Kunst Forum)
Elena Kountidou und Heinrich Wefing (DIE ZEIT) diskutieren über Sichtbarkeit, Bildmacht und journalistische Verantwortung. Mehr dazu
München
- “Take your Space – Zeit für deine Perspektive”
26. Juni 2026, 10:00-17:00 Uhr, Balanstraße 73 / Haus 11, 81541 München
Gemeinsam mit Media Lab Bayern laden wir zu einem Tag voller Workshops und Inputs ein, der nicht nur Dein Skillset, sondern auch Dein Netzwerk erweitert. Zur Anmeldung
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