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Tipps zum Thema Gewalt gegen Frauen

Wie über Gewalt gegen Frauen berichtet wird, hat Folgen – für Betroffene, für die gesellschaftliche Wahrnehmung des Problems und für das Vertrauen in den Journalismus.

Eine retraumatisierende, voyeuristische oder verharmlosende Berichterstattung kann Schaden anrichten. Eine sensible, differenzierte kann dazu beitragen, Gewalt sichtbar zu machen, Betroffene zu stärken und Hilfsangebote bekannter zu machen. Diese Sammlung bietet Orientierung für den journalistischen Alltag

Leitfaden: Berichten über Femizide Eine Initiative von Investigativjournalistinnen hat den Leitfaden Kein Familiendrama: Berichterstattung über Femizide und der Umgang mit Überlebenden und Angehörigen entwickelt. Veröffentlicht im Fachmagazin journalist.
Ergänzend dazu hat das Global Investigative Journalism Network (GIJN) einen Recherche-Guide speziell für Journalist*innen veröffentlicht, die zu Femiziden arbeiten wollen – auch auf Deutsch verfügbar.

Tipps für die Berichterstattung über geschlechtsspezifische Gewalt Der bff – Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe hat Hinweise und Tipps für Medien zur Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen und Kinder zusammengestellt. Das Dokument behandelt Sprache, Bildauswahl, den Umgang mit Betroffenen und häufige Klischees – von der Täter-Opfer-Umkehr bis zur Symbolbildsprache dunkler Gassen. 

Betroffenensensible Berichterstattung über sexuellen Kindesmissbrauch Die Unabhängige Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) stellt Tipps für Medien zur betroffenensensiblen Berichterstattung bereit, inklusive konkreter Hinweise für Interviews und den Umgang mit traumatisierten Gesprächspartner*innen. Das Angebot umfasst auch Stockfotos zum Themenfeld, die Klischeebilder ersetzen können.

Studie: Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen Die Otto-Brenner-Stiftung hat 2021 eine Studie zur medialen Darstellung von Gewalt gegen Frauen veröffentlicht. Mit einer systematischen Analyse von Sprache, Framing und blinden Flecken in deutschen Medien. 

Redaktionelle Selbstreflexion: RTVE als Vorbild Der spanische öffentlich-rechtliche Rundfunk RTVE bietet seinen Redaktionen seit Jahren Workshops, Fortbildungen und ein internes Regelwerk zur genderbewussten Berichterstattung und zum Umgang mit geschlechtsspezifischer Gewalt. Der „Equality Guide" – auf Englisch verfügbar – enthält ein eigenes Kapitel zu diesem Thema und kann als Modell für eigene redaktionelle Leitlinien dienen.

Alternativen zu Klischeefotos Studierende der Neuen Schule für Fotografie Berlin haben in Kooperation mit dem Netzwerk der brandenburgischen Frauenhäuser differenzierte Fotoarbeiten entwickelt, die häusliche Gewalt als strukturelles Problem sichtbar machen, ohne zu stigmatisieren oder zu voyeurisieren. Eine Alternative zu den üblichen Stockbild-Klischees.

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