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50:50 The Equality Project

Wie gerechtere Repräsentation gelingen kann.

Das 50:50 Equality Project wurde in der Londoner Nachrichtenredaktion der BBC gegründet. Sie verfolgt das Ziel, die BBC und Organisationen weltweit dazu zu inspirieren, Journalismus und Medieninhalte zu schaffen, die unsere Welt fair widerspiegeln.

Mit der sogenannten 50:50-Methode hat die BBC bemerkenswert schnell Fortschritte bei der Repräsentation von Frauen erzielt. Inzwischen wird damit auch die bessere Repräsentation anderer marginalisierter Gruppen erreicht.

So funktioniert die „50:50“-Methode 

  1. Redaktionen zählen die Anzahl der Personen, die bspw. in einer Nachrichtensendung oder in einem Zeitungsressort vorkommen und auf die sie Einfluss haben.
     
  2. Auf Grundlage der Gesamtzahl setzen sie ihre Ziele: zum Beispiel 50% Frauen, 30% BIPoC, 10% Menschen mit Behinderung etc.
     
  3. Für jede Sendung und jede Ausgabe werden Daten, also vorkommende Personen im medialen Produkt von Redakteur*innen selbst gezählt. Sind Personen nicht eindeutig zuzuordnen, gilt immer die Wahrnehmung des Publikums.
     
  4. Die Ergebnisse werden für alle in der Redaktion transparent und nachvollziehbar gemacht. Sie werden untereinander diskutiert und einmal  monatlich fürs ganze Haus veröffentlicht.

Die Vorteile von „50:50“: 

  1. Die Methode ist übertragbar auf alle Themen und Abteilungen: von der Social-Media-Redaktion bis zum Rundfunkorchester.
     
  2. Redaktionen nehmen freiwillig teil und jede kann allein und unabhängig 50:50 anwenden, auch ganz ohne Beteiligung anderer im Haus.
     
  3. „50:50" kostet nichts, außer etwas Zeit aller Redakteur*innen.
     
  4. Im Zählprozess und durch die Ergebnisse wird direkt bei allen Teilnehmenden und in der ganzen Redaktion das Bewusstsein für fehlende Diversität geschärft.
     
  5. Die BBC hat gemessen, dass mit „50:50“ nicht nur mehr unterrepräsentierte Gruppen ins Programm kommen, sondern auch mehr neue vielfältige Geschichten. Und das bringt mehr zufriedenes, ganz neues und auch jüngeres Publikum.

Ausführliche Informationen 50:50 The Equality Project

Inzwischen haben sich über 100 Organisationen in 26 Ländern dem Projekt angeschlossen.1 Auch in Deutschland greifen mehrere ARD-Landesrundfunkanstalten seit 2022 auf das Tool zurück. So gibt der NDR an, den Frauenanteil im Programm seitdem auf 45 Prozent gesteigert zu haben.2 Der Spiegel geht noch einen Schritt weiter und testet ein eigenes, KI-gestütztes Gender-Equality-Tool, das Geschlechterverhältnisse in Echtzeit über Texte, Videos, Podcasts und Social-Media-Posts hinweg misst – mit ersten nachweisbaren Erfolgen, auch wenn die Einführung in allen Ressorts noch aussteht.3
 

  1. https://www.bbc.co.uk/5050/partners/home/de/

  2. https://www.ndr.de/der_ndr/unternehmen/5050-Challenge-der-BBC,bbcchallenge100.html

  3. https://www.journalist.de/werkstatt/werkstatt-detail/das-ende-der-vielfalt/

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