sind dem rabbinischen Religionsgesetz nach alle, deren Mutter Jüdin ist. Weil es immer mehr gemischtkonfessionelle Ehen gibt, gilt z. B. bei progressiven Strömungen in den USA auch als jüdisch, wer einen jüdischen Vater hat und jüdisch erzogen wird. Ebenso ist es möglich, zum jüdischen Glauben zu konvertieren. Juden*Jüdinnen sind Teil einer ethnisch-religiösen Gemeinschaft, die v. d. Z. im heutigen Israel/Palästina entstanden ist. Das Judentum existiert als eine komplexe Mischung diverser kultureller und religiöser Traditionen sowie der Identifizierung als das Volk Israel mit einer gemeinsamen Geschichte. Es ist aber ein Irrtum, Juden*Jüdinnen, die in vielen Teilen der Welt leben, mit Israel*innen, also den Bürger*innen des multiethnischen Staates Israel, gleichzusetzen. Jüdinnen*Juden gewichten die religiösen und kulturellen Aspekte ihrer Identität unterschiedlich. Glaube und/oder religiöse Praxis sind dabei keine notwendigen Voraussetzungen, um als jüdisch zu gelten oder am jüdischen Gemeindeleben teilzunehmen. „Jude“ wird übrigens aus historischen Gründen nicht mit der Form „Jüd*innen“ gegendert, sondern „Juden*Jüdinnen“1.
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Latkes*Berlin: Juden gendern. 2020