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Stellungnahme vom 17.02.2023

Solidarität mit Journalist*innen im Iran

Liebe Frau Außenministerin Annalena Baerbock,

seit vergangenen September, seit dem gewaltsamen Tod der Kurdin Jina Mahsa Amini, demonstrieren Iraner*innen für Freiheit, Frauen- und Menschenrechte.

Ohne die Journalistin Nilufar Hamedi wüsste die Welt vielleicht nichts über die wahren Umstände von Aminis Tod. Es war Nilufar Hamedi, die aus dem Teheraner Kasra-Krankenhaus berichtete, Fotos von Aminis Familie machte. Nilufar Hamedi wurde am 22. September festgenommen und ist seitdem eingesperrt. Ihr droht die Todesstrafe.

Elahe Mohammadi berichtete von der Beerdigung Aminis. Dafür wurde sie am 29. September festgenommen. Im November wurde sie wegen „Propaganda gegen den Staat“ und „Verschwörung gegen Nationale Sicherheit“ angeklagt. Auch ihr droht die Todesstrafe.

Das „Commitee to Protect Journalists“ (CPJ) meldet, dass die Islamische Republik weltweit die meisten Journalist*innen inhaftiert hat. 62 Journalist*innen sind im Gefängnis, 24 der inhaftierten Reporter*innen sind weiblich; 22 von ihnen wurden seit Beginn der Proteste festgenommen. So viele weibliche Journalisten waren im Iran noch nie in Haft.

Die Frauen müssen um ihr Leben fürchten, weil sie taten, was auch wir jeden Tag tun: die Arbeit als Journalistinnen.

Wir wollen den Gräueltaten nicht mehr tatenlos zusehen und fordern Sie deshalb in Solidarität mit unseren mutigen Kolleginnen im Iran dringend auf:

  • Nennen Sie die Opfer beim Namen und fordern Sie ihre Freilassung
  • Setzen Sie sich politisch für diejenigen ein, die im Iran für Presse- und Meinungsfreiheit kämpfen
  • Nehmen Sie diplomatisch Einfluss auf das Regime und finden Sie entsprechend einer starken feministischen Außenpolitik deutliche Worte für die Missachtung von Frauen- und Menschenrechten
     

Mit freundlichen Grüßen,

ProQuote Medien e.V.
Edith Heitkämper, Liske Jaax, Eva Lindner, Sarah Khan-Heiser, Gilda Sahebi, Sarah Stendel, Kathrin Werner

Deutscher Journalisten-Verband
Prof. Dr. Frank Überall

Correctiv
Jeannette Gusko

Neue deutsche Medienmacher*innen e.V.
Elena Kountidou, Ella Schindler, Juri Wasenmüller

Netzwerk Recherche e.V.
Daniel Drepper

Journalistinnenbund
Friederike Sittler, Sissi Pitzer, Ina Krauß, Beatrix Boutonnet, Eva Gutensohn, Luise Loges

Pressekontakt

presse@neuemedienmacher.de  
Tel.: 030 269 472 30

Die Neuen deutschen Medienmacher*innen sind ein ehrenamtlicher Verein, der sich für mehr Vielfalt im Journalismus stark macht. Als größte bundesweite NGO von Journalist*innen setzen wir uns für diskriminierungskritische Berichterstattung, divers besetzte Redaktionen und gegen Hass im Netz ein. Mehr Infos unter: neuemedienmacher.de

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