Hallo,
„Wer schützt uns, wenn die, die uns schützen sollen, uns nicht schützen wollen?“ Mit dieser Frage sind vier migrantische Dachverbände am Montag vor die Presse gegangen. Ihre Forderung: Bund und Länder sollen Minderheiten in Sachsen-Anhalt schützen, und zwar jetzt, bevor dort die AfD mitregiert.
Ehrlich gesagt: Genau solche Fragen haben uns in der Wahlkampfberichterstattung gefehlt. Statt immer neuer Umfragewerte hätten wir gern mehr darüber gelesen, was auf dem Spiel steht und für wen.
Deshalb brauchen wir jetzt mehr denn je einen Journalismus, der Menschen mit Migrationsgeschichte und Geflüchtete selbst erzählen lässt. Wie das geht, zeigt MigraMemory in unserer Rubrik „Mehr davon, danke“.
In dieser Ausgabe
- Mehr davon, danke MigraMemory: ein Gespräch mit Serpil Temiz Unvar über Erinnerung und Widerstand
- Auf dem Radar Fake-Dates als Falle, Druck auf Exil-Journalist*innen und eine Redaktion, die 3.000 Unterstützer*innen sucht
- Veranstaltungen & Tipps Termine in Berlin, Leipzig, München und online
Bis zum nächsten Mal,
Deine Neuen deutschen Medienmacher*innen
Mehr davon, danke
MigraMemory: Leben ist Widerstand
Mit ihrer Schwester Sara hat NdM-Mitglied Eda Öztürk MIKRASS gegründet, ein Kollektiv und Medien-Start-up von und für Journalist*innen mit Migrationsgeschichte. Für die erste Folge ihres Porträtformats MIGRA MEMORY besuchen sie Serpil Temiz Unvar, sechs Jahre nach dem rassistischen Anschlag von Hanau am 19. Februar 2020.
„Jiyan berxwedane. Kadın olarak çok güçlüyüz.“ Das Leben ist Widerstand, als Frauen sind wir sehr stark, sagt Serpil Temiz Unvar. Es geht um Erinnerungskultur, staatliches Versagen und systemischen Rassismus. Vor allem aber um die Kraft der nächsten Generation und das Erbe ihres Sohnes Ferhat.
Warum das wichtig ist: In MIGRA MEMORY erzählen Frauen, Überlebende, Zeitzeuginnen und Angehörige selbst, wie sie rassistische Gewalt erlebt haben, von ihrer Stärke, ihrer Wut und ihrer Kraft weiterzumachen. Die Folgen entstehen gemeinsam mit migrantischen Selbstorganisationen. So bleibt migrantisches Wissen öffentlich und wird von denen erzählt, die es betrifft.
Auf dem Radar
„Repressionen gegen Exil-Journalist*innen gehören zum Alltag“
ZEIT-Journalist Omid Rezaee spricht im NDR-Podcast über Angriffe, Hass und Überwachung, denen Journalist*innen im Exil ausgesetzt sind.
Pressefreiheit in der Nahostberichterstattung
Eine Mehrheit der befragten Journalist*innen sieht sie bedroht. Das zeigt eine Befragung der Freien Universität Berlin.
Jagd auf Schwule: Wer steckt hinter den Fake-Dates?
Die Doku von team.recherche zeigt, wer hinter den Fallen steckt. Mitrecherchiert hat unser Fellow Konstantin Hadži-Vuković.
Digitale Zivilcourage
Keynote auf unserer Konferenz #RECLAIMTHEDIGITAL: Dr. Deborah Schnabel über diskriminierungssensible Social Media Literacy, digitale Zivilcourage und Streetwork im Netz.
KI in der Migrationsverwaltung
AlgorithmWatch sieht im KI-Migrationsverwaltungsgesetz (KIMVG) eklatante Risiken und gibt in einem Policy Paper vier Empfehlungen.
Der Osten in den Medien
Im Podcast Bonjourno sprechen Nhi Le und Don Pablo Mulemba darüber, wie Medien über Ostdeutschland berichten.
Otter-News
Daniel Drepper gründet seine eigene Redaktion für investigative Klima- und Umweltrecherchen. Damit es losgehen kann, sucht er 3.000 Unterstützer*innen.
Tagesschau-Badge und McDonald’s-Moment
Tagesschau-Moderator Michail Paweletz im Gespräch mit Frank Joung im Podcast Halbe Katoffl.
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