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Newsletter vom 19.03.2026

Erst die Wahrheit, dann die Lüge

Hallo zusammen,

2020 hatten im Zuge der Black Lives Matter-Proteste viele Allys von dem Wort “Allyship” gehört, ohne zu wissen, dass sie das eigentlich gern werden wollten. Sechs Jahre später ist das Thema Solidarität immer noch wichtig. Wir beobachten: Diversitätsinitiativen erleben Rückschläge. Daher haben wir auf Instagram 5 Tipps gesammelt, wie Kolleg*innen, die von Diskriminierung betroffen sind, unterstützt werden können. Eins davon ist ein einfaches “Hey, das ist nicht okay”. Denn ein Kommentar unter unserem Beitrag sagt ganz richtig: “Oft haben wir mehr Handlungsspielräume als wir erst meinen.” 
Hier entlang zu den 5 Tipps

Außerdem in dieser Ausgabe: aktuelle Entwicklungen rund um das Informationsfreiheitsgesetz in Berlin, wie viele sich für unser Investigativ Fellowship beworben haben und das Wahrheits-Sandwich gegen Desinformation. 

Und: Wir scannen kontinuierlich Veranstaltungen, Jobs und Fördermöglichkeiten für unsere Mitglieder. Diesmal haben wir unsere Veranstaltungstipps für Euch “geöffnet”. Gerade bei Förderungen für Medienschaffende merken wir, wie sie weniger werden und schwerer zu finden sind. Genau hier investieren wir viel Zeit, damit Ihr schneller Zugang zu Chancen bekommt.

Wenn Ihr unsere Arbeit unterstützen wollt, werdet Mitglied bei den Neuen deutschen Medienmacher*innen. Mit Eurem Beitrag ermöglicht Ihr, dass wir diese Recherchen weitermachen und ausbauen können. Der Mitgliedsbeitrag ist steuerlich absetzbar, es gibt auch einen ermäßigten Soli-Beitrag. Hier Mitglied werden
 

Diesmal wünschen wir Frohes Newroz,

Eure Neuen deutschen Medienmacher*innen


Was gibt's Neues?

Wahrheits-Sandwich Studien belegen: Wird eine Falschaussage oft genug wiederholt, prägt sie sich ein. Auch dann, wenn sie als falsch markiert wird. Viele Medienschaffende wollen es besser machen und stellen dann die Flaschinformation an den Anfang, um sie zu widerlegen und stärken sie dabei ungewollt. Wir haben ein simples und sehr effektives Tool gegen Desinformation für Euch bei Instagram vorgestellt: das Wahrheits-Sandwich. Wahrheit + Falschinformation + Wahrheit = besser. So funktioniert’s (Link führt zum Instagram-Post)

Stärkt die Zukunft des IFG in Berlin Der Berliner Senat (CDU + SPD) hat zuletzt einen Gesetzentwurf vorgelegt, der das Berliner Informationsfreiheitsgesetz (IFG) massiv einschränken soll. Die neue Beschlussvorlage enthält insgesamt zehn neue Ausnahmevorschriften, was die Anzahl der Gründe verdoppelt hätte, mit denen Behörden IFG-Anfragen ablehnen können. Wir stellen uns dagegen. In einem Bündnis aus 38 Organisationen fordern wir die Rücknahme der geplanten Einschränkungen. Unterstützt die Petition 

Rekord-Bewerbungen beim Investigativ-Fellowship Knapp 150 Bewerbungen haben uns für das Investigativ Fellowship 2026 erreicht! Diese enorme Resonanz zeigt: Der Bedarf an unabhängigen investigativen Journalismus ist groß und wächst weiter.

Handbook Germany in neuer Trägerschaft Handbook Germany, die mehrsprachige Informationsplattform rund ums Leben in Deutschland, ist nun als eigenständiges Projekt der Handbook Germany gGmbH weitergeführt. Lange war das Angebot unter dem Dach des Neue deutsche Medienmacher*innen e.V. beheimatet. Schaut gerne vorbei: handbook-germany.de Ebenfalls einen Blick wert: asylum-info-germany.de von Handbook Germany. Dort finden Schutzsuchende mehrsprachige Informationen rund um das Thema Asyl in Deutschland.


Unsere nächsten Veranstaltungen

Stammtisch Hamburg
Details werden nur Mitgliedern bekanntgegeben
Unser Hamburger Netzwerk trifft sich zum Stammtisch. Wenn Ihr solche Veranstaltungen in Zukunft nicht missen möchtet, freuen wir uns über Eure Mitgliedschaft. 

Seid Ihr schon Mitglied? 

Unsere nächsten Stammtische in Hamburg, Berlin und Köln stehen an. Sie sind die beste Gelegenheit, andere NdM-Mitglieder persönlich kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen und Teil unseres Netzwerks zu sein. Wenn Ihr dabei sein wollt, jetzt Mitglied werden und nichts verpassen.


Auf dem Radar

Unsere langjährige Partner-Organisation ProQuote startet Crowdfunding Der Verein benötigt nach dem Wegfall seiner Förderung Unterstützung, um die Leitmedienzählung und ihre öffentliche Kommunikation zu sichern. Hier unterstützen

Klima besser erzählen Brandmelder ist eine neue Plattform, die untersucht, wie Medien die Klimakrise erzählen und vor allem wie diese Berichterstattung besser werden kann. Hinter dem Projekt steht das Netzwerk Klimajournalismus Deutschland. Mehr dazu

„Fun Facts” ist ein neues deutsches Nachrichtenformat, das Fake News täglich mit humorvoll präsentierten Fakten widerlegt. Mit wechselnden Hosts wie beispielsweise Claus von Wagner oder Luisa Neubauer. Auf YouTube, Instagram und als Podcast. Hier geht’s erstmal zum YouTube-Kanal

Journalismus auf Minecraft Die Reporter ohne Grenzen nutzen Minecraft als Zensur-Schlupfloch. Sie haben dort eine “Uncensored Library” und veröffentlichen dort in verschiedenen “Räumen” zu Russland, Belarus, Iran u.a. zensierte Artikel von Journalist*innen (weil Minecraft fast überall frei zugänglich ist). Im März 2026 gibt es nun auch einen USA-Raum. Mehr dazu

Big Tech übernimmt den Staat Eine investigative Publikation von Francesca Bria zeigt, wie Tech-Milliardäre wie Thiel und Musk über Verträge, Personalwechsel und Kapital zentrale Staatsfunktionen prägen. Demokratische Kontrolle wird dadurch geschwächt, während auch europäische Staaten zunehmend von US-Tech-Infrastruktur abhängig werden. Mehr dazu

Buch-Tipp: „Das können wir uns nicht leisten” Journalistin und Podcasterin Miriam Davoudvandi zeigt in ihrem neuen Buch, wie sich Armut im Alltag festsetzt. Ihr Punkt: Selbst Dinge wie Trauern oder Sterben sind in Deutschland oft eine Frage des Geldes. Mehr dazu

Hilfe für lokale Recherchen Der Support Desk von Netzwerk Recherche berät Journalist*innen kostenlos bei lokalen Recherchen. Ziel ist es, Hürden zu überwinden und bessere Geschichten möglich zu machen. Mehr dazu


Mehr davon, danke

Das Thema: Community-Management während Ramadan

Ramadan ist für etwa 5,5 Millionen Muslim*innen in Deutschland gelebter Alltag. In den Medien kommt davon oft wenig an. Zu oft dominieren Klischees, problematische Framings oder schlicht Unwissenheit. Dabei gibt es Redaktionen, die es anders machen: nah, vielfältig und mit echtem Verständnis für die Community.

Der Account von „Der Maus” hat dabei nicht nur einen Erklär-Beitrag zur zeitlichen Gemeinsamkeit der christlichen und islamischen Fastenzeit erstellt, sondern ein sehr gutes Beispiel gezeigt, wie gutes Community-Management bei solchen sensiblen Themen gemacht wird.

Warum das wichtig ist?

Wer zu Ramadan berichtet, muss auch auf die Kommentarspalte vorbereitet sein. Bei religiösen Themen sind negative Reaktionen leider keine Ausnahme. Die Maus zeigt, wie gutes Community-Management aussieht: mit Haltung, klaren Erwartungen und Transparenz darüber, was mit Kommentaren passiert, die den Ton vergiften.

Zum Beitrag auf Instagram

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