ist die derzeit gängige Bezeichnung für eine dschihadistisch-salafistische Terrororganisation, deren Vorläufergruppe der Jordanier Abu Musab al-Zarqawi im Jahr 2000 in Afghanistan unter dem Namen „Tauhid“ (Monotheismus) gründete.1 Nach der Übersiedlung in den Irak nannte sich die Gruppe ab Sommer 2003 „al-Tauhid wa-l-Jihad“ und schloss sich 2004 als „al-Qaida im Zweistromland“ dem Terrornetzwerk al-Qaida an.2 2006 benannte sie sich in ISI (Islamischer Staat im Irak) um und änderte ihren Namen 2013 in „al-Dawlah al-Islamiyah fi al-Iraq wa al-Sham“ (arabisch: Islamischer Staat im Irak und der Levante), dessen Abkürzung ISIL von der US-amerikanischen und der britischen Regierung verwendet wird.3 Die im Deutschen auch gebräuchliche Bezeichnung ISIS (Islamischer Staat in Irak und Syrien bzw. Großsyrien) vernachlässigt, dass der Machtanspruch der Gruppe über die beiden Länder hinausreicht. 2014 änderte die terroristische Organisation sich namentlich erneut um in IS (Islamischer Staat), um Staatsgrenzen für bedeutungslos zu erklären. Manche Politiker*innen benutzen offiziell die Bezeichnung Daesh (Frankreich) oder DEAS/DAES (Türkei), die sich aus den arabischen Initialen der Gruppe zusammensetzen. Die Terrorist*innen selbst lehnen diese Namen ab, weil sie im Arabischen negative Bedeutungen haben.4
-
Guido Steinberg (2026): Der Islamische Staat (IS). Bundeszentrale für politische Bildung.
-
Guido Steinberg (2015): Kalifat des Terrors: IS und die Bedrohung durch den islamistischen Terror. Knaur, S. 35–48;
-
Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages (2016): Die Bezeichnungen „IS“, „ISIS“, „ISIL“ und „Daesh“ im internationalen Sprachgebrauch. Sachstand WD 2 – 3000 – 018/16, S. 4–6;
-
Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages (2016): Die Bezeichnungen „IS“, „ISIS“, „ISIL“ und „Daesh“ im internationalen Sprachgebrauch, S. 7–9.