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Stellungnahme vom 10.02.2026

Sieben Forderungen gegen Desinformation: NdM fordern mehrsprachige Offensive

Allianz aus Journalismus, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, um Leerstelle bei der Mehrsprachigkeit zu schließen

Die Neuen deutschen Medienmacher*innen (NdM) legen einen Forderungskatalog vor, um mehrsprachige Desinformation wirksamer zu bekämpfen. Während die meisten Medienangebote in Deutschland einsprachig sind, kursieren Desinformationskampagnen in zahlreichen Sprachen. Die NdM fordern unter anderem eine unabhängige nationale Koordinierungsstelle, den Ausbau mehrsprachiger öffentlich-rechtlicher Angebote sowie diversere Redaktionen.
Wo verlässliche Informationen fehlen, gewinnen Falschinformationen an Einfluss, untergraben Medienvertrauen und gefährden den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Demokratische Öffentlichkeit braucht deshalb Zugang zu verlässlichen Informationen für alle, nicht nur auf Deutsch. Im Zentrum der Forderungen steht die Stärkung von Medienkompetenz, Transparenz, Glaubwürdigkeit und geteilter Verantwortung.

„Wir brauchen eine neue Infrastruktur für Glaubwürdigkeit. Nur durch die Zusammenarbeit von Journalismus, Wissenschaft und einer starken, pluralen Zivilgesellschaft können wir Desinformation wirksam begegnen.“

— Elena Kountidou, NdM-Geschäftsführerin

Die Neuen deutschen Medienmacher*innen fordern:

  1. Mehrsprachige Angebote des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ausbauen

    Nachrichten und Bildungsinhalte müssen dauerhaft, sichtbar und aktuell in mehreren Sprachen verfügbar sein. Untertitel und mehrsprachige Tonspuren sollten Standard werden.

  2. Diversität und Mehrsprachigkeit in Redaktionen stärken

    Mehrsprachige, diverse Teams erkennen Desinformationsnarrative früher und können Faktenchecks zeitnah in mehreren Sprachen bereitstellen.

  3. Kooperation zwischen Medienhäusern intensivieren

    Gemeinsames Monitoring, Kollaboration bei Recherchen und Weiterbildung schaffen Synergien im Umgang mit begrenzten Ressourcen.

  4. Partizipative Medienangebote fördern

    Dialog und Beteiligung stärken Medienvertrauen. Formate, die Communitys aktiv einbeziehen, schließen Informationslücken und erhöhen Transparenz.

  5. Eine gemeinsame Strategie gegen Desinformation etablieren

    Eine unabhängige, wissenschaftlich fundierte Einrichtung soll Monitoring, Forschung und Gegenstrategien bündeln – im engen Austausch mit Journalismus, Zivilgesellschaft und Tech-Expert*innen.

  6. Medienbildung in mehrsprachigen Kontexten

    Medienkompetenzprogramme und Prebunking-Strategien müssen gezielt in mehrsprachigen Communitys verankert werden.

  7. Plattformen in die Pflicht nehmen

    Meta, X, Google & Co. müssen Desinformation konsequent kennzeichnen und dürfen sie nicht algorithmisch verstärken. Zudem sollten sie mit Faktencheck-Initiativen auch in Nicht-EU-Sprachen kooperieren und ihre Moderationsprozesse transparent machen.

Pressekontakt

presse@neuemedienmacher.de  
Tel.: 030 269 472 30

Die Neuen deutschen Medienmacher*innen sind ein ehrenamtlicher Verein, der sich für mehr Vielfalt im Journalismus stark macht. Als größte bundesweite NGO von Journalist*innen setzen wir uns für diskriminierungskritische Berichterstattung, divers besetzte Redaktionen und gegen Hass im Netz ein. Mehr Infos unter: neuemedienmacher.de

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