Allianz aus Journalismus, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, um Leerstelle bei der Mehrsprachigkeit zu schließen
Die Neuen deutschen Medienmacher*innen (NdM) legen einen Forderungskatalog vor, um mehrsprachige Desinformation wirksamer zu bekämpfen. Während die meisten Medienangebote in Deutschland einsprachig sind, kursieren Desinformationskampagnen in zahlreichen Sprachen. Die NdM fordern unter anderem eine unabhängige nationale Koordinierungsstelle, den Ausbau mehrsprachiger öffentlich-rechtlicher Angebote sowie diversere Redaktionen.
Wo verlässliche Informationen fehlen, gewinnen Falschinformationen an Einfluss, untergraben Medienvertrauen und gefährden den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Demokratische Öffentlichkeit braucht deshalb Zugang zu verlässlichen Informationen für alle, nicht nur auf Deutsch. Im Zentrum der Forderungen steht die Stärkung von Medienkompetenz, Transparenz, Glaubwürdigkeit und geteilter Verantwortung.
„Wir brauchen eine neue Infrastruktur für Glaubwürdigkeit. Nur durch die Zusammenarbeit von Journalismus, Wissenschaft und einer starken, pluralen Zivilgesellschaft können wir Desinformation wirksam begegnen.“
— Elena Kountidou, NdM-Geschäftsführerin
Die Neuen deutschen Medienmacher*innen fordern:
Mehrsprachige Angebote des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ausbauen
Nachrichten und Bildungsinhalte müssen dauerhaft, sichtbar und aktuell in mehreren Sprachen verfügbar sein. Untertitel und mehrsprachige Tonspuren sollten Standard werden.
Diversität und Mehrsprachigkeit in Redaktionen stärken
Mehrsprachige, diverse Teams erkennen Desinformationsnarrative früher und können Faktenchecks zeitnah in mehreren Sprachen bereitstellen.
Kooperation zwischen Medienhäusern intensivieren
Gemeinsames Monitoring, Kollaboration bei Recherchen und Weiterbildung schaffen Synergien im Umgang mit begrenzten Ressourcen.
Partizipative Medienangebote fördern
Dialog und Beteiligung stärken Medienvertrauen. Formate, die Communitys aktiv einbeziehen, schließen Informationslücken und erhöhen Transparenz.
Eine gemeinsame Strategie gegen Desinformation etablieren
Eine unabhängige, wissenschaftlich fundierte Einrichtung soll Monitoring, Forschung und Gegenstrategien bündeln – im engen Austausch mit Journalismus, Zivilgesellschaft und Tech-Expert*innen.
Medienbildung in mehrsprachigen Kontexten
Medienkompetenzprogramme und Prebunking-Strategien müssen gezielt in mehrsprachigen Communitys verankert werden.
Plattformen in die Pflicht nehmen
Meta, X, Google & Co. müssen Desinformation konsequent kennzeichnen und dürfen sie nicht algorithmisch verstärken. Zudem sollten sie mit Faktencheck-Initiativen auch in Nicht-EU-Sprachen kooperieren und ihre Moderationsprozesse transparent machen.