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Artikel vom 14.09.2026

Voices of Faith: Drei Reportagen über Glauben in Berlin

Wie sieht gelebter Glaube aus, wenn junge Medienschaffende selbst mit der Kamera losziehen? Im Rahmen des Projektes Voices of Faith setzen drei Produktionsteams in Berlin ihre ersten eigenen journalistischen Reportagen um und begleiten Menschen aus unterschiedlichen Glaubensgemeinschaften.

Nach dem Kick-Off mit Workshops zu diskriminierungssensibler Berichterstattung, Storytelling und Videoproduktion ging es für die Teilnehmenden an die Umsetzung.

Eine Person bedient die Kamera. 2 weitere schauen freudig mit auf den Bildschirm. Eine der Personen trägt Kopfhörer um den Hals. IM Hintergrund ist Gewässer. © Schore Mehrdju

Von der Idee zum Dreh

Ohne Planung geht nichts: Im Workshop „Drehplanung“ entwickelten die drei Teams gemeinsam mit ihrer redaktionellen Begleitung Sirah Tempel ihre Reportagen weiter. Welche Orte eignen sich für die Reportage? Welche Fragen sollen im Mittelpunkt stehen? Und wie lässt sich die Geschichte visuell erzählen? Dafür erstellen die Teilnehmenden Storyboards und entwickeln Leitfragen für ihre Gespräche.

Anschließend ging es für die Teams an jeweils zwei bis drei Drehtagen im Juli und August in die Praxis. Dabei übernahmen die Teilnehmenden alle Aufgaben selbst: von Kamera und Ton über Licht bis zur Creative Direction. So konnten sie nicht nur ihre eigenen journalistischen Geschichten entwickeln, sondern auch ganz praktisch erfahren, was es bedeutet, eine Reportage von der ersten Idee bis zum fertigen Beitrag umzusetzen.

Jîyan Battal: Êzîdentum und das Aufwachsen in Berlin

Für ihre Reportage begleitet das Produktionsteam Jîyan Battal. Sie erzählt darin von ihrem Aufwachsen als êzîdisch-kurdische Frau in Berlin und davon, welche Rolle Glaube und Gemeinschaft für sie spielen. Dafür spricht sie unter anderem mit ihrer Freundin Meron Woldegiorgis über Freundschaft und Glauben.

Gedreht wurde an verschiedenen Orten in Berlin: im Café Clay, im Böcklerpark und bei einer Gedenkveranstaltung zum Genozid an den Êzîd*innen in der Floating University mit einer Ausstellung des Künstlers Qasim Alsharqy. Die Reportage entsteht mit Atessa Bucalovic, Büşra Delikaya und Miraz Sami Robus.

Uğurcan Asku: Was bedeutet Alevitentum?

Für ihre Reportage begleitet das Produktionsteam Uğurcan Asku. Er erzählt, wie vielfältig Alevitentum gelebt wird und was die Religion für ihn persönlich bedeutet. Er gibt Einblicke in Rituale und spricht darüber, wie sich sein eigener Zugang zum Glauben gestaltet.

Bei den Dreharbeiten in der Deutschen Islam Akademie und in der Alevitischen Gemeinde Deutschland entstand unter anderem ein spontaner musikalischer Moment: Hasan Doğan Dede, zweiter Vorstand der Alevitischen Gemeinde Deutschland, griff zur Saz und spielte für das Team. Das Saiteninstrument hat einen wichtigen Platz in der alevitischen Tradition.

Maria Andrahanov, Nilda Cebiroğlu, Laila Hounkonnou und Jasmin Fífássí Sebastiani begleiteten ihn hierbei. 

Lena Müller: Persönliche Einblicke in den christlichen Glauben

Das dritte Produktionsteam begleitet Pfarrerin Lena Müller und nähert sich über ihre persönliche Geschichte dem christlichen Glauben. Für die Reportage trägt sie unter anderem ihren Talar in der Kirche „Zur Heimat“ und lud das Team zu sich nach Hause zum Collagen basteln.

Weitere Aufnahmen entstehen an der Evangelischen Hochschule Berlin und mit ihrem ehemaligen Dozenten Philipp Enger. Im Schnitt entscheidet sich das Team jedoch dafür, diese Szenen nicht in die fertige Reportage aufzunehmen, weil sie sich nicht sinnvoll in die Geschichte integrieren lassen. Auch solche Entscheidungen gehören zum journalistischen Arbeiten dazu: Nicht alles, was während eines Drehs entsteht, findet am Ende seinen Weg in die fertige Geschichte.

Produziert wird die Reportage von Navina Boeven, Elisabeth Ogheneyoma Schotsman und Xixi Hong.

Die fertigen Reportagen sind bald zu sehen. Über die Ausstrahlung bei ALEX Berlin und die Veröffentlichung in unseren Social-Media-Kanälen informieren wir Euch, sobald es losgeht.

Gefördert wird das Projekt von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt und der Doris-Wuppermann-Stiftung

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