Es gibt für fast alles sehr präzise Bezeichnungen, die gut verständlich sind. Es ist der Job von Journalist*innen, sich diese anzueignen. Folgende Tipps können dabei helfen.
Keine Begriffe aus dem Nationalsozialismus und der Kolonialzeit
„Asoziale“ haben in journalistischen Texten genauso wenig verloren wie „ausmerzen“ oder das Gedenken an die „Reichskristallnacht“. Das gilt natürlich auch für Begriffe aus der Kolonialzeit wie „Schwarzafrika“ oder „Farbige“.
Keine Beschönigungen
Wer die Demokratie abschaffen will, ist kein „besorgter Bürger“, und wer zu Gewalt gegen Geflüchtete aufruft, ist kein „Asylkritiker“. Morde an Frauen sind „Femizide”, die Bezeichnungen „Beziehungstragödien“ oder „Familiendramen“ sind für sie genauso unpassend wie „Schulhofdramen“ für Amokläufe.
Keine doppelten Standards
Wenn wir Hetero-Ehen nicht so benennen, sollten wir das bei „Homo-Ehen” auch nicht tun. Und Morde an Frauen aus muslimischen Familien macht sie nicht zwangsläufig zu „Ehrenmorden“.
Differenzieren
Nur weil eine Gruppe von außen als homogen wahrgenommen wird, heißt das nicht, dass sie es auch ist. Wir alle haben mehr als eine Eigenschaft oder Zugehörigkeit, die unsere Identität ausmacht. Für eine Person mit deutscher und türkischer Staatsbürgerschaft kann auch „Alevit*in“ oder „Kurd*in“ die passende Bezeichnung sein – vielleicht ist sie aber auch primär „Gamer*in“.
Selbstbezeichnungen nutzen
Vertreter*innen von strukturell benachteiligten Gruppen wissen am besten, wie sie bezeichnet werden wollen. Zum Beispiel „Frau mit Behinderung” statt „Behinderte”, „trans*” statt „transsexuell”. Viele weitere solcher Hinweise bieten unsere Formulierungshilfen sowie unser Glossar.
Gendern
Tipps zum genderleichten Schreiben gibt es unter Checkliste für genderbewusstes Schreiben