No Hate Speech Movement

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Neue deutsche Medienmacher*innen gegen Hassrede im Netz

Menschenfeindliche Hetze im Netz heftet sich nicht selten an Medienberichte: die Kommentarspalten der Online-Präsenzen und Sozialen Medien sind voll davon. Auch Medienschaffende selbst sind immer häufiger Ziel von Hate Speech. In einer Erhebung des Bielefelder Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung sagten 67 Prozent der Journalist*innen, dass Hassrede gegen sie zunehme – jede*r zweite Journalist*in fühlt sich davon belastet, rund ein Viertel fühlt sich dadurch auch in der Arbeit beeinträchtigt.

Das Projekt „No Hate Speech Movement“ widmet sich deshalb 2018 und 2019 der Hassrede gegen Medienschaffende und deren Berichterstattung. Wir sind Expert*innen: Als Journalist*innen kennen wir uns mit dem redaktionellen Berufsalltag aus. Wir haben bereits 2017 auf drei Redaktionstreffen Medienschaffende fortgebildet und einen Leitfaden zum Umgang mit Hass herausgegeben. Als Medienmacher*innen mit und ohne Migrationserfahrung koordinieren wir seit 2016 die nationale Umsetzung der Kampagne des Europarats zur Menschenrechtsbildung und gegen Online Hate Speech. Wir haben das Komitee des „No Hate Speech Movements“ ins Leben gerufen und konnten zahlreiche wichtige Unterstützer*innen gewinnen. Auf unserer Website und auf unseren Kanälen in den sozialen Netzwerken machen wir die Perspektive der Menschen sichtbar, die von Hate Speech betroffen sind. Wir solidarisieren uns, klären auf und ermutigen die schweigende Mehrheit, sich einzumischen und das Netz nicht den Hater*innen zu überlassen.

Die Neuen deutschen Medienmacher*innen freuen sich, dass das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend dieses Projekt im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ um zwei weitere Jahre fördert. 2018 sind außerdem viele neue Förderer dazugekommen: Die ZEIT-Stiftung, FAZit-Stiftung, Facebook und Twitter sowie die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.

Unsere Ziele in diesem Jahr lauten:

  • Medienschaffende zu befähigen, souverän und kompetent mit Hass und Hetze umzugehen und wirkungsvoll dagegen zu agieren
  • Multiplikator*innen auszubilden, sodass sie Journalist*innen im Umgang mit Hassrede im Internet beraten und unterstützen können
  • Aktivist*innen und von Hate Speech Betroffene mit konkreten Anleitungen und praxisbezogenen Hilfestellungen zu unterstützen, gegen Hate Speech und Hetze im Netz vorzugehen

Konkret wollen wir:

  • einen Online-Helpdesk ins Leben rufen, der Medienschaffende und Online-Redaktionen beim Umgang mit Hate Speech mit Best-Practice-Beispielen, mit Notfallstrategien für Shitstorms sowie Informationen zur Rechtslage versorgt.
  • Fortbildungen für Medienschaffende zum Umgang mit Hate Speech im Berufsalltag geben. Die so ausgebildeten Trainer*innen werden Teil eines Pools, aus dem wir an lokale und/oder weniger ressourcenstarke Redaktionen vermitteln können.
  • Module zum Thema Hate Speech für Schülerzeitungsredaktionen entwickeln, in Kooperation mit der Jugendpresse Deutschland e.V.
  • Ebensolche Module für die Nachwuchsausbildung von Journalist*innen an Universitäten und anderen Ausbildungsstätten erstellen.
  • unseren umfassenden Ratgeber, den Leitfaden für Journalist*innen zum Umgang mit Hassrede, weiterentwickeln und in zweiter Auflage veröffentlichen
  • erfolgreiche Interventionen auswerten, kategorisieren (am Beispiel der Grassroots-Bewegung #ichbinhier) und daraus Best-Practice-Beispiele zur Gegenrede veröffentlichen
  • den Expert*innen-Pool des No Hate Speech Movements ausbauen.

Mehr Informationen zum Projekt gibt es auf der Website www.no-hate-speech.de

Den Leitfaden für Medienschaffende sowie die „Bookmarks“, das Handbuch für die politische Bildungsarbeit, sowie Merchandise könnt ihr unter bestellung@no-hate-speech.de bestellen.

Sonstige Anfragen könnt ihr an info@no-hate-speech.de schicken.

Ihr könnt unserem Projekt auch auf Facebook, Twitter, YouTube und Instagram folgen.