#  *Parallelgesellschaft* 

ist ein Schlagwort, das Anfang der 2000er Jahre in der Debatte um [Muslim\*innen](https://glossar.neuemedienmacher.de/glossar/muslime/) in Deutschland populär wurde. Der Begriff ist inhaltlich diffus und wird verbunden mit vermeintlich [gescheiterter Integration](https://glossar.neuemedienmacher.de/glossar/gescheiterte-integration/). Er zeichnet ein Bild homogener Minderheiten, die sich räumlich, sozial und kulturell von der [Mehrheitsbevölkerung](https://glossar.neuemedienmacher.de/glossar/mehrheitsgesellschaft-2/) abschotten.1 Ihnen wird „Integrationsunwilligkeit“ unterstellt, ohne zu berücksichtigen, dass für [Integration](https://glossar.neuemedienmacher.de/glossar/integration/) die gesamte Gesellschaft verantwortlich ist. Zudem ist für einen hohen Anteil von [Einwander\*innen](https://glossar.neuemedienmacher.de/glossar/einwanderer/) in manchen Stadtteilen oft eher der Wohnungsmarkt ursächlich als ein Hang zu innerethnischen Nachbarschaften.

1. [„Zuwanderung wird als Bedrohung empfunden“: Interview mit Klaus J. Bade mit Spiegel Online vom 24.11.2004](https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/leitkultur-debatte-zuwanderung-wird-als-bedrohung-empfunden-a-329285.html)