1. [Home](https://www.neuemedienmacher.de/)
  2. [Aktuelles](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles)
  3. [Artikel](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/artikel)
  4. [Das Netz gehört nicht den Lautesten: Das war unsere Fachkonferenz #RECLAIMTHEDIGITAL](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/artikel/das-netz-gehört-nicht-den-lautesten-das-war-unsere-fachkonferenz-reclaimthedigital)

Artikel vom 27.10.2026

#  Das Netz gehört nicht den Lautesten: Das war unsere *Fachkonferenz* #RECLAIMTHEDIGITAL 

Hass verbreitet sich, Desinformation erreicht Millionen und demokratische Stimmen haben oft das Gefühl, den Algorithmen hinterherzulaufen. Aber müssen wir uns damit abfinden? Natürlich nicht.

Bei der toneshift-Fachkonferenz **\#RECLAIMTHEDIGITAL** kamen am 7. Oktober mehr als 100 Menschen im Berlin Global Village zusammen. Mit dabei waren Menschen aus Journalismus, Bildung, Forschung, Beratung, Prävention, Politik und Zivilgesellschaft. Gemeinsam ging es um eine ziemlich große Frage: *Wie holen wir uns digitale Räume zurück?*

Wir als Neue deutsche Medienmacher\*innen sind Teil von [toneshift](https://toneshift.org/) – gemeinsam mit [Das NETTZ](https://www.das-nettz.de/), der [Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur](https://www.gmk-net.de/), [HateAid](https://hateaid.org/), dem [Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft](https://www.idz-jena.de/) und [REspect! im Netz](https://respectimnetz.de/).

## Das Netz macht müde. Aufgeben ist trotzdem keine Option.

[Dr. Deborah Schnabel](https://www.bs-anne-frank.de/ueber-uns/team/deborah-schnabel), Direktorin der [Bildungsstätte Anne Frank](https://www.bs-anne-frank.de/), eröffnete die Konferenz mit ihrer Keynote **„Ringen um demokratische digitale Räume – Hürden und Hoffnung“**.

Social Media kann Menschen verbinden, politische Beteiligung ermöglichen und Perspektiven sichtbar machen, die anderswo wenig Raum bekommen. Gleichzeitig belohnen Plattformen häufig Zuspitzung und Empörung. Desinformation, Hass und menschenfeindliche Inhalte landen neben Urlaubsvideos, Werbung und Nachrichten im selben Feed.

Dieser permanente Informations- und Reaktionsdruck macht etwas mit uns. Deborah Schnabel sprach von *digitalem Burnout*: Wer ständig mit Krisen, Angriffen und Empörung konfrontiert ist, schaltet irgendwann erschöpft ab.

Ihr Gegenentwurf: ein demokratisches Verstärkernetz. Menschen und Organisationen müssen Wissen teilen, sich gegenseitig sichtbarer machen und gemeinsam größere Öffentlichkeiten erreichen. Denn demokratische Inhalte dürfen nicht nur richtig sein. Sie müssen auch verständlich, bewegend, nah am Alltag und populär sein, ohne populistisch zu werden.

[**Hier**](https://www.youtube.com/watch?v=3mUrWguiZXk) **könnt Ihr die Keynote nachschauen:**

- © toneshift | Julius Gabele
- © toneshift | Julius Gabele
- © toneshift | Julius Gabele
- © toneshift | Julius Gabele
- © toneshift | Julius Gabele

## Konkrete Fragen, unterschiedliche Perspektiven

In drei parallelen Sessions wurde anschließend an konkreten Herausforderungen gearbeitet. Auf dem **„Marktplatz der Interventionen“** ging es um die Wirkung und Weiterentwicklung von Maßnahmen gegen Desinformation. Ein Themencafé beschäftigte sich mit Deepfakes und der Frage, wie Bildungsarbeit, Beratung und Prävention auf KI-generierte Inhalte reagieren können.

Unsere *Fachgruppe Community Management* kam bei der Konferenz zu ihrem dritten Treffen zusammen. Gemeinsam mit der Fachgruppe Netzpolitik und Plattformregulierung und den Kolleg\*innen von REspect! im Netz ging es um rechtliche Perspektiven auf Hass in Kommentarspalten. Georgia Seifert vom WDR ergänzte den Austausch mit Erfahrungen aus der redaktionellen Praxis.

## Wenn Hass rechtliche Grenzen überschreitet

Community Manager\*innen müssen häufig unter Zeitdruck entscheiden: Bleibt ein Kommentar stehen, wird er beantwortet, verborgen, gelöscht oder gemeldet? Besonders schwierig wird es, wenn nicht eindeutig ist, ob eine Aussage nur gegen die Netiquette verstößt oder bereits strafrechtlich relevant ist.

In der Session ging es deshalb unter anderem darum, wie Hasskommentare rechtlich eingeordnet, dokumentiert und gemeldet werden können. Gleichzeitig wurde deutlich, dass rechtliches Wissen allein nicht ausreicht. Wer täglich mit Hass und digitaler Gewalt konfrontiert ist, braucht klare Zuständigkeiten, funktionierende Meldewege und Rückhalt innerhalb der eigenen Organisation.

Der Austausch knüpfte damit direkt an die [bisherigen Treffen](https://www.neuemedienmacher.de/aktuelles/artikel/zwischen-leitlinien-und-grauzonen-das-war-unsere-fachgruppe-community-management-2) unserer Fachgruppe an: Verantwortungsvolles Community Management darf nicht allein auf den Schultern einzelner Mitarbeiter\*innen liegen. Es braucht gemeinsame Standards, ausreichend Ressourcen und Strukturen, die auch diejenigen schützen, die digitale Räume moderieren.

## Und jetzt was?

Genau diese Frage stand über der abschließenden Podiumsdiskussion mit [Samuel Benke](https://www.samuelbenke.com/), [Judith Kirberger](https://codetekt.org/wp-content/uploads/2025/07/codetekt-Pressematerialien_10-07-2025.pdf), [Katja Musafiri](https://re-publica.com/de/user/19256) und [Tahireh Panahi](https://www.tahirehpanahi.de/). Über einen offenen Hot Seat konnten sich auch Menschen aus dem Publikum direkt einbringen.

Diskutiert wurde nicht nur darüber, welche technischen, rechtlichen oder pädagogischen Lösungen es braucht. Es ging auch um Geld, Verantwortung und langfristige Strukturen. Denn Projekte gegen Hass und Desinformation können digitale Räume nicht dauerhaft schützen, wenn ihre eigene Finanzierung ständig unsicher ist.

Was wir aus der Konferenz mitnehmen: Das Internet wird nicht von allein demokratischer. Aber wir sind auch nicht machtlos. Wir können Wissen teilen, solidarische Netzwerke aufbauen, menschenfeindlichen Inhalten widersprechen und Plattformen in die Verantwortung nehmen.

Das Netz gehört nicht automatisch den Lautesten. Wir müssen nur gemeinsam dafür sorgen, dass es auch so bleibt.

- © toneshift | Julius Gabele
- © toneshift | Julius Gabele
- © toneshift | Julius Gabele
- © toneshift | Julius Gabele
- © toneshift | Julius Gabele

##  *Praxistipps:* Codes auf Social Media erkennen 

Eine 🥝 ist nicht immer nur eine Kiwi: Hinter harmlos wirkenden Emojis und Zahlenkombinationen in Kommentarspalten können rechtsextreme, rassistische oder queerfeindliche Hasscodes stecken. Für alle, die diese Kommentare erkennen und einordnen wollen, gibt es unsere kostenlose Handreichung: Darin erklären wir über 40 gängige Codes, inklusive Hinweisen und Praxis-Empfehlungen für Umgang in der Community-Moderation. 

[Kostenlose Übersicht erhalten](https://988c065a.sibforms.com/serve/MUIFAJTP71FcYeEpuR7bwYAf3ktnHpGDd8mLIQ03ocrega-ylT20Dcc2n1kwLX21gT6aI6FKmBEIhBmPH_ONlFxJ48BOB4-444ulZu7V64XmbECbZWp6OxE2FAqFlne52wii_ySSESgAYpEA8OvfMwawkpe0bKAWW1TSCVAM18t_iySFEIhJ62kZO2Pn63j9K_cPGuZ_2T88FEWqzw==)