NDM Bundeskonferenz 2015

Was gut ist, setzt sich durch.

Dokumentation der zweiten Bundeskonferenz der Neuen deutschen Medienmacher
Von Alice Lanzke

Wie kann man ein eigenes Medienprojekt starten? Wie geflohene Journalist*innen unterstützen? Und wie sieht eine angemessene Berichterstattung über Flucht und Asyl aus? Zentrale Fragen, die die knapp hundert Teilnehmer*innen der 2. Bundeskonferenz der Neuen deutschen Medienmacher am 10. Oktober 2015 in der Berliner Werkstatt der Kulturen diskutierten.

„Was gut ist, setzt sich durch“: Auf die Frage, warum es in den deutschen Medienhäusern noch immer so wenige Journalist*innen mit Migrationsgeschichte gibt, ist das eine oft gehörte Antwort – die Neuen deutschen Medienmacher (NdM) haben sich entschlossen, offensiv mit der Phrase umzugehen, und ihre 2. Bundeskonferenz unter diesen Titel gestellt.

Seit gut sechs Jahren setzt sich der Verein nun für mehr Vielfalt in der deutschen Medienlandschaft ein: etwa durch Projekte für eine differenzierte Berichterstattung und ein wachsendes Glossar mit Formulierungshilfen für Journalist*innen, durch ein einjähriges Mentoring-Programm, den Vielfalt-Finder oder den Aufbau von immer mehr lokalen Netzwerken. Auf der jährlichen Bundeskonferenz ist für die lokalen Netzwerker*innen Gelegenheit sich kennenzulernen, sich inhaltlich auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.


Eindrücke von der Konferenz

Die Dokumentation der Konferenz als » Download (pdf)


Die Dokumentation der Konferenz zum Durchblättern (bitte die Pfeile anklicken).


Was gut ist, setzt sich durch.

Bundeskonferenz der Neuen deutschen Medienmacher

Samstag, 10. Oktober 2015, 14.30 bis 0 Uhr
Werkstatt der Kulturen (U-Bhf Hermannplatz), Wissmannstr.32, 12049 Berlin

Wir sehen es ein, wir haben bisher alles falsch gemacht. Nicht die Medienhäuser und Entscheider*innen sind schuld daran, dass es immer noch viel zu wenige Journalist*innen mit Einwanderungsgeschichte gibt. Und überhaupt: Einseitige Berichterstattung ist nur eine Frage der Perspektive. Die Universalantwort auf alle Einwände lautet: Was gut ist, setzt sich durch. Dieser Satz begleitet uns seit bald sieben Jahren Engagement und endlich stehen wir mal dazu. Wir arbeiten daran auf unserer Bundeskonferenz 2015 in den Workshops “Man muss nur wollen I – III”.

Alle interessierten Kolleginnen und Kollegen und besonders die NdMedienmacher*innen aus unseren bundesweiten NdM-Netzwerken sind eingeladen, mit uns zur Vernunft zu kommen, sich kennenzulernen, auszutauschen, zu vernetzen und gut Spaß zu haben.

Auf die millionste Podiumsdiskussion am Abend verzichten wir, stattdessen kommt ein illustrer Gast: Jilet Ayse. Wir präsentieren die erste Folge der Clip-Serie „Besser Deutsch“ mit Jilet Ayse zum NdM-Glossar und das brandneue Online Glossar, inklusive Glossar App. Zum Abschluß gönnen wir uns die “Fördern und Fordern”-Party. Was gut ist, setzt sich auch auf der Tanzfläche durch.

Eintritt ist wie immer frei. Wer spendet, kommt ins Paradies.

Anmeldung_Button

Aktive NdMs und Workshop-Teilnehmer*innen
unterstützen wir bei ihren Reisekosten zur Bundeskonferenz.
Bitte mit der Anmeldung anfragen.

Achtung: Das Tagesprogramm ist ausgebucht! Ab 20 Uhr zum Abendprogramm im Club freuen wir uns über Publikum.


Programm

2. Bundeskonferenz der Neuen deutschen Medienmacher

Was gut ist, setzt sich durch.

12.00 – 14.00 Mitgliederversammlung Neue deutsche Medienmacher e.V.
14.30 Anmeldung
15.00 – 17.00 Man muss nur wollen I
Gute neue (Ethno)Medien machen
Man muss nur wollen II
Geflüchtete Journalist*innen unterstützen
Man muss nur wollen III
Besser berichten über Flucht und Asyl
17.30 – 18.30 Austausch der Workshopergebnisse
19.00 – 20.00 Abendessen für Workshopteilnehmer*innen
20.00 – 21.30 Fördern und Fordern-Party im Club der Werkstatt der Kulturen
Jilet Ayse Alptraum ihrer Schwester und anderer Integrationsnutten
21.30 – 0.00 DJ Bax globales Wunschkonzert

Frühe Anmeldung hilft.

Achtung: Das Tagesprogramm ist ausgebucht! Ab 20 Uhr zum Abendprogramm im Club freuen wir uns über Publikum.


Workshops von 15 bis 17.30 Uhr

Workshop: Man muss nur wollen I
Was können junge Medienmacher mit Diversitätshintergrund besser und anders machen als die etablierten Häuser? Eins steht fest: Vor allem eigene Medienprojekte auf die Beine stellen. Viele neue Onlineplattformen wie “renk” oder das Print-Magazin “biber” aus Österreich durchbrechen das Klischee der sogenannten “Ethnomedien” und sprechen erfolgreich ein junges, vielfältiges Publikum an. Andere Kolleg*innen gehen neue Wege und gründen gemeinnützige Intiativen, wie CORRECT!V. Wie gehen sie dabei vor, was muss berücksichtigt werden und kann man davon leben?

Leitung: Miguel Zamorano, Neuer deutscher Medienmacher, Berlin
Inputs: Danny Schuster und Wiebke Finkenwirth, renk, Berlin; Jonathan Sachse, CORRECT!V, Berlin; Simon Kravagna, biber, Wien


Workshop: Man muss nur wollen II
Es werden immer mehr: Geflüchtete Journalist*innen kommen nach Deutschland und haben kaum Aussichten in ihrem Job. Viele NdMedienmacher*innen in den lokalen Netzwerken haben Kontakte geknüpft und stehen vor der Frage, wie sie den Kolleg*innen helfen können. Was sollten und müssten wir als Neue Medienmacher*innen tun um geflüchtete Journalist*innen substanziell zu unterstützen? Welche Projekte gibt es schon und wie sieht die Situation der geflüchteten Kolleg*innen konkret aus?

Leitung: Rebecca Sumy Roth, Freie Journalistin, München
Inputs: Sharmila Hashimi, Rundfunkjournalistin, Afghanistan; Monis Bukhari, Journalist und Blogger, Syrien; Jens-Uwe Thomas, Reporter ohne Grenzen


Workshop: Man muss nur wollen III
Kaum jemals wurde so viel zum Thema Flucht und Asyl berichtet wie in diesen Tagen. Zu Recht. Aber was wird da vermittelt? Welche Bilder und Perspektiven werden medial transportiert, wenn man z.B. angesichts brennender Unterkünfte mehr über die Forderungen der Täter erfährt, als über die Situation der Opfer? Wir sprechen über angemessene Berichterstattung, gute und schlechte Beispiele und welche Fehler am häufigsten passieren. Besser berichten über Flucht und Asyl – man muss nur wollen.

Leitung: Rana Göroglu (NdM, Mediendienst Integration)
Input: Fabio Ghelli (Mediendienst Integration), Alice Lanzke, (NdM, Amadeu Antonio Stiftung)


Die NdM Bundeskonferenz wird freundlich unterstützt von

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