Rückblick: Schwarze und ihre Medien-Darstellung in Deutschland – ein Impuls von Stanley Lauer

31Jul2016

Rückblick: Schwarze und ihre Medien-Darstellung in Deutschland – ein Impuls von Stanley Lauer

Schwarze und ihre Medien-Darstellung in Deutschland standen im Mittelpunkt des Nürnberger NdM-Treffens am 29. Juni 2016. Stanley Lauer, der sich intensiv mit diesem Thema befasst und Medienberichte analysiert hat, bemängelte in seinem Input, dass sich die Berichterstattung über Afrika hauptsächlich auf die 5 “K” beschränke: Krieg, Katastrophen, Konflikte, Krankheiten und Krisen. Dabei soll es nicht darum gehen, die Missstände in Afrika zu verschweigen, aber man sollte auch über das Positive, das es in Afrika ebenfalls gibt, berichten. In Ländern wie Großbritannien und Frankreich klappt es, so Lauers Einschätzung, besser. Der Grund dafür ist unter anderem, dass die schwarze Community in diesen beiden Ländern viel größer und inzwischen auch selbstbewußter sei als in Deutschland. “Es liegt auch an uns Afrikanern, wir müssen mehr Selbstbewusstsein zeigen”, so Stanley.

Er selbst moderiert einmal im Monat die Radiosendung “Afrika in true light” in Marburg, in der er Persönlichkeiten aus Afrika vorstellt, die die Welt durch ihr Tun positiv geprägt haben. Außerdem plant er eine Fotoausstellung, in der es zu jedem der 54 afrikanischen Ländern etwas Positives im Bild zu sehen geben wird. In der Gruppe wurde rege diskutiert, warum das mediale Bild von Afrika – jenseits der negativen Meldungen und der Folklore – kaum existiert. Mehr Sensibilität seitens der Journalist*innen sei gefragt, aber auch mehr Quellen für positive Meldungen, denn diese müsse man oft lange suchen, wofür im journalistischen Alltag nur wenig Zeit sei. Ein weiteres Thema am Abend war die schwierige Lage von schwarzen Schauspieler*innen vor allem im Theater, die meist nur für negative Rollen ein Engagement bekommen. Diesem Thema will sich Stanley in seiner Doktorarbeit widmen.

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