Rückblick auf den Runden Tisch: Welche Rolle spielen islamische Verbände bei der Integration?

05Sep2016

Rückblick auf den Runden Tisch: Welche Rolle spielen islamische Verbände bei der Integration?

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Beim Treffen des Runden Tisches interkultureller Mediendialog in Frankfurt/Main am 31. August ging es um ein hoch aktuelles Thema: Journalistinnen und Journalisten kamen mit zwei Vertretern muslimischer Verbände ins Gespräch und diskutierten über die Rolle der islamischen Verbände bei der Integration von Muslim*innen. Hintergrund für die Themenwahl war unter anderem der immer stärker in Kritik geratene islamische Verband DITIB. Eingeladen war neben dem Vertreter des DITIB-Landesverbands auch ein Vertreter aus dem Landesverband des Zentralrats der Muslime Deutschland (ZMD).

Anstelle des ZMD-Vertreters folgte unserer Einladung schließlich ein Vertreter des Deutsch-Islamischen Vereinsverbandes (DIV) – der DIV ist Mitglied im ZMD. Nachdem wir unsere Einladung verschickt hatten, wurde über Presseberichte bekannt, dass auch die DIV in Kritik geraten ist. Dem DIV sollen Moscheevereine angehören, die als extremistisch eingestuft und vom Hessischen Verfassungsschutz beobachtet werden.

Vor diesem Hintergrund war das Interesse der Journalist*innen an dem Runden Tisch noch größer als sonst. Zu dem Treffen beim Gemeinschaftswerk der evangelischen Publizistik (GEP) am Stadtrand von Frankfurt kamen rund 50 Kolleg*innen, die als feste oder freie Mitarbeiter*innen für Redaktionen des Hessischen Rundfunks, ZDF, Frankfurter Rundschau, Frankfurter Neue Presse und weiterer renommierte Print- und elektronischer Medien tätig sind.

Während Saber Ben Neticha als DIV-Vertreter auf die Vorwürfe des Verfassungsschutzes direkt einging, äußerte sich der DITIB-Vertreter Selçuk Dogruer in seinem Eingangsstatement nicht zu der Kritik an seinem Verband. Stattdessen referierte er über die Entstehungsgeschichte des DITIB und betonte die Unabhängigkeit seiner Organisation von der türkischen Regierung.

Es folgte ein reger Austausch zwischen den beiden Referenten und den anwesenden Journalist*innen. Auch wenn viele der Medienschaffenden nicht die erhofften Antworten bekamen, war der Abend doch ein voller Erfolg. So nutzten einige Kolleg*innen den Termin für eine Berichterstattung. Für viele bot das Treffen zudem eine Gelegenheit zum Netzwerken und auch dafür, Verbandsvertreter persönlich kennenzulernen.

Jörg Bollmann, Geschäftsführer des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik, war erstmals Gastgeber des Runden Tisches interkultureller Mediendialog. An dieser Stelle wollen wir es nicht versäumen, für das reichhaltige Büffet zu danken!

Canan Topçu

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