Darstellung von Muslimen in Medien

28Mai2014

Darstellung von Muslimen in Medien

Islam und Muslime sind ein Dauerthema in Medien. In jüngerer Zeit wurden daher mehrere Untersuchungen veröffentlicht, die sich mit der Darstellung der religiösen Minderheit befassen. Der Forschungsbereich des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration notierte etwa in einer 2013 erschienenen Studie: Medien bedienen verstärkt ein Bild vom Islam, das um Terrorismus und gescheiterte Integration kreist. Rund 71 Prozent der im Rahmen der Studie Befragten ohne und 74 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund empfanden das in den Medien vermittelte Bild von „Arabern“ oder „Muslimen“ als negativ.

Auch eine international vergleichende Studie der Vodafone Stiftung von 2012 stützt dieses Ergebnis: Rund 82 Prozent der Befragten in Deutschland waren der Meinung, Muslime würden in den Medien „stereotyp“ dargestellt. Mehrheitlich (79 Prozent) erinnerten sie sich an Berichte über Muslime, die mit einem negativen Bild verknüpft waren. Beispiele waren die Sarrazin-Debatte, die Berichterstattung über den Arabischen Frühling und das Minarettverbot in der Schweiz.

Im Buch „Migrantinnen in den Medien“ von 2011 heißt es: Die mediale Darstellung von Musliminnen greift auf ein enges Repertoire der Rollenzuweisung zurück, dominiert von Bildern als „Opfer“ und „Integrationsbedürftige“. Die verschleierte Frau werde gar zur „Verkörperung religiöser und kultureller Fremdheit und Bedrohung.

Naika Foroutan zieht in einer Expertise im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung von 2012 den Schluss: Das öffentliche Bild über Muslime in Deutschland ist stark geprägt von Klischees, die von der Wissenschaft regelmäßig widerlegt würden. So bestehe beispielsweise eine „drastische Diskrepanz zwischen der öffentlichen Wahrnehmung und der tatsächlich empirisch nachweisbaren Zahl der Kopftuchtragenden“. Bei einer Befragung im Auftrag des Bundes-Innenministeriums gaben nur 22,8 Prozent der hier lebenden Musliminnen an, immer ein Kopftuch zu tragen. 69,5 Prozent der Befragten tragen nie ein Kopftuch.

(Vgl.: Muslimisches Leben in Deutschland, Studie im Auftrag der Deutschen Islam Konferenz, 2009, S. 199.)

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