Chilikuss, 31.

15Feb2013

Chilikuss, 31.

Liebe Kollegas,

“Achtung, türkenfreie Zone!” Solche Schilder könnte man nicht an vielen Orten in Deutschland anbringen. Vielleicht noch an katholischen Kindergartentoren in Thüringen, an Türen von Kreuzberger Geburtsvorbereitungskursen mit Yoga und Partnerschaftstralala und an Redaktionstüren von Talksendungen á la “Maischberger”.

Zu einem “Türken-Eklat”, wie die BILD am vergangenen Mttwoch schrieb, kam es, als die Frage in die Runde geworfen wurde, warum einige Eltern ihre Kinder lieber in katholischen Kindergärten sehen als im Kindergarten um die Ecke. “Weil sie türkenfrei sind” warf Pfarrer Jürgen Fliege ein (das Thema der Sendung war eigentlich der Rücktritt des Papstes). In der Sendung ging es dann noch um muslimische Krankenschwestern und andere seltsame Wesen, aber Sandra Maischberger fragte nicht mehr nach, schien überfordert und schwitzte.

Kann eine Journalistin solch einen Begriff wie “türkenfrei” stehen lassen? Sollte das Wort “türkenfrei” nur Eltern in bunt gemischten Vierteln wie Berlin-Kreuzberg erzürnen? Dürfen sich Kindergartenleiter und Schuldirektoren damit rühmen, wenige Migrantenkinder in ihren Einrichtungen zu haben ?

Keine Antworten, aber eine Versicherung zum Schluß. Dieser Blog bleibt garantiert nicht “türkenfrei”.

Eine gute Woche wünscht

Ebru

chilischote Chili:
Bleiben wir bei seltsamen Wörtern. “Armutseinwanderer” beispielsweise. Einteilungen in gute und schlechte Einwanderer, profitable und unerwünschte Einwanderung ist nicht ganz gentlemanlike, lieber Innenminister Friedrich.

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/bericht-des-staedtetags-friedrich-nimmt-probleme-mit-armutseinwanderern-sehr-ernst-12082222.html

Chili? Ja, aber bitte rumänischen.

kussmund Kuss:
Überhaupt nicht “türkenfrei” ist ein Projekt der Studentin Melisa Karakus im Bereich Grafik Design der FH Dortmund. Sie plant derzeit das Mitmach-Magazin “renk”, welches im Spätsommer erscheinen soll. Aufdeckung deutsch-türkischer Ausnahmeverhältnisse und Aufbrechen von Klischeebildern stehen hierbei im Vordergrund.

Kuss rechtslinks, Melissa!

Weitere Infos zum Magazin: http://renk-magazin.de/, https://www.facebook.com/renk.Magazin

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